Vom: 15.04.10 - 04:41 Uhr
Alter: 143 Tage
Von: Dr. B. Engelmann
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Krebs ist eine der schrecklichsten Krankheiten überhaupt und verursacht viel persönliches Leid. Dabei stellt man sich die Frage, kann man selbst etwas dagegen tun. Die Antwort darauf ist erst einmal ein klares Ja. Dies bedeutet allerdings nicht, dass jede Form von Krebs vermeidbar ist. Manche Krebsarten haben genetische Ursachen, die jedoch lange Zeit überschätzt worden sind. Die Zahl der erblich bedingten Krebsfälle liegt deutlich unter 10%. Ebenso überschätzt wird die Zahl der Krebserkrankungen durch Lebensmittelzusatzstoffe, Arzneimittel, Infektionskrankheiten, ionisierende Strahlen, Industrieabfälle und Umweltverschmutzungen. Wenn dem so ist, dann kann durchaus behauptet werden, dass Krebs als eine weitgehend vermeidbare Krankheit gilt. Das ist erst einmal eine recht positive Nachricht. Was kann bzw. besser gesagt, was sollte man dann tun, um persönlich für sich selbst einen Beitrag zur Prävention von Krebs zu leisten, um sein eigenes Risiko deutlich zu senken. Faktoren auf diesem Weg sind vor allem:- intelligente Ernährung
- Meiden von Alkohol und Zigarettenrauch
- ausreichende körperliche Aktivität
- lebenslange Beibehaltung eines normalen Körpergewichts
Mit Sicherheit könnte man zu jedem dieser Faktoren eine Menge sagen. Da wir uns im Rahmen dieses Artikels der Krebsvorsorge durch Ernährung widmen wollen, müssen wir das bei der Nennung belassen.
Wie sieht eine intelligente Ernährung auch unter dem Aspekt der Krebsprävention aus? Die meisten Kostformen, die gegen Krebs schützen, bestehen überwiegend aus pflanzlicher Nahrung. Die Wirkung ist nicht auf einzelne Inhaltsstoffe zurückzuführen, sondern beruht auf einem Zusammenwirken vieler Substanzen, wie Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffe. Besonders präventiv wirkt sich der Verzehr von relativ unverarbeiteten Getreideprodukten, wie Getreideflocken und Vollkornbrot, nicht stärkehaltigem Gemüse, wie zum Beispiel Blattgemüse, Brokkoli, Auberginen, Chinakohl und nicht stärkehaltigen Wurzeln bzw. Knollen, wie Karotten, Artischocken, Sellerieknollen und Kohlrabi aus. Diese Lebensmittel erhöhen den Insulinspiegel nur unwesentlich, so dass Insulin nicht als Wachstumsfaktor für Krebszellen zur Verfügung steht. Den täglichen Speiseplan sollten Obst, Hülsenfrüchte, einige Nüsse und fermentiertes Gemüse, wie zum Beispiel das Sauerkraut, bereichern. Pflanzliche Lebensmittel sollten zum Hauptbestandteil jeder Mahlzeit werden. Diese haben eine niedrige Energiedichte und schützen den Körper gegen eine Gewichtszunahme. Vermeiden Sie zuckerhaltige Getränke. Vermeiden Sie schnell verfügbare Lebensmittel, die meist stark verarbeitet und energiedicht sind. Das Ganze ist auch unter dem neudeutschen Begriff "Fast Food" bekannt. Gelegentliche "Ausrutscher" sind natürlich kein Problem, zumal für den oder die mit Normalgewicht. Viele Lebensmittel tierischer Herkunft leisten einen Beitrag zur Nährstoffversorgung und sind durchaus gesundheitsförderlich, wenn sie in mäßiger Menge verzehrt werden. Mäßig bedeutet nicht mehr als 500 g rotes Fleisch pro Woche. Davon sollte recht wenig verarbeitet sein. Denn durch Räuchern, Grillen, Pökeln, Salzen, Beizen und chemisch Konservieren wird das Potential für eine Reihe von Krebsarten noch einmal erhöht. Dagegen wirkt der Verzehr von Fischen, die Vitamin D enthalten, begrenzt präventiv auf die Entstehung von Darmkrebs. Milch schützt wahrscheinlich gegen Darmkrebs. Allerdings verursachen Kostformen mit einem erhöhten Gehalt an Kalzium wahrscheinlich Prostatakrebs. Man vermutet, dass Milch gegen Blasenkrebs schützt. Dagegen löst ein hoher Konsum von Milch und Milchprodukten Prostatakrebs aus. Ein hoher Verzehr von Käse sei der Auslöser von kolorektalen Krebs (Form des Darmkrebses). Übermäßiger Salzgenuss ist wahrscheinlich die Ursache für Magenkrebs. Verschimmelte Lebensmittel bewirken Aflatoxine, die wiederum sind Ursache für Leberkrebs. Auch wenn wir das nicht so gerne hören, Alkohol sollte selbst in geringen Mengen unter dem Aspekt der Krebsprävention vermieden werden. Andererseits belegen Studien, dass ein moderater Alkoholkonsum wahrscheinlich das Risiko der koronaren Herzkrankheit senkt. Männer sollten nicht mehr als 2 Gläser pro Tag und Frauen nicht mehr als 1 Glas pro Tag trinken. Der Verzehr von 1 bis 2 Paranüsse am Tag wirkt durch den Gehalt an Selen risikomindernd auf verschiedene Krebsarten. Langkettige n-3-Fettsäuren bzw. eine Steigerung des Verhältnisses von n- 3 zu n-6 Fettsäuren senken das Risiko für Darm - und Brustkrebs. Man findet diese zum Beispiel in Leinöl, Rapsöl und Walnussöl vor. Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel kann im wiedergegebenen Umfang das Thema nicht annähernd erschöpfend behandeln. Auch wird der aufmerksame Leser feststellen, dass die aus wissenschaftlichen Studien gewonnenen Erkenntnisse Tendenzen bestätigen, jedoch nicht in jedem Fall als hinreichend im Sinne einer absoluten Wahrheit gelten können. Dennoch dienen die im Artikel aufgezeigten kausalen Zusammenhänge als Ratschlag für eine bewusstere und vor allem eine gesundheitsorientierte Ernährung. |